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zurück zur Übersicht – Hundeverordnung und die Folgen



Herrn
Günter Jauch
Hohenzollernring 89-93

50672 Köln

19.8.04

 

 

Sehr geehrter Herr Jauch,

im Rückblick auf Ihre Sendungen bezüglich der Hundeattacken auf Menschen  und meinen Part als"halbkrimineller Tierarzt" möchte ich Ihnen auf diesem Wege  folgendes mitteilen.

Die Filmproduktion der Beissattacken war  in höchstem Masse unfair und  zeigte eine Informationsmethodik auf, die komplizierte Zusammenhänge in unverantwortlicher Weise vereinfacht.

Das mag die Einschaltquoten von RTL heben, führt aber zu einer Polarisierung der Gesellschaft, wobei Wahrheit und Fairness völlig auf der Strecke bleiben.

Ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, dass dies Ihre volle Absicht bzw. Politik Ihres Hauses ist.

Glücklicherweise haben Ihre Sendungen  bzw. die Meldungen des Hamburger Abendblattes nicht dazu geführt, daß  meine Praxis Schaden nahm.

Es zeigte sich aber in den letzten Wochen, dass die Empörung  über unfaire Medienaktivitäten  in der Bevölkerung  erheblich  zugenommen hat. Ihre Sendungen als Mikro-Einzel-Facette im Gesamtgeschehnis Deutschland  machen  Tierhalter  wütend  und entpolitisieren  deren Haushalte.

Das kann nur dazu führen, dass unsere Demokratie Schaden nimmt und auf  kurzer Strecke das, was als Grundwerte unserer Gesellschaft  lange Zeit anerkannt war, "den Bach ´runter geht.

Die Sache mit den Hundeverordungnen ist noch lange nicht ausgestanden. Hamburger Politiker haben aber doch schon  begriffen, dass sie sich zu weit aus dem Fenster gelehnt haben.

Als Tierarzt und Vater von vier Kindern werde ich mich weiterthin dafür einsetzen, daß populistische Ansprüche gewisser Politiker und Trittbrettfahrer als solche entlarft und deren Urheber in die Wüste geschickt werden.

Mir ist auch heute die Armseligkeit unseres Berufsstandes voll bewusst. Dieser wäre von Anfang an befugt und befähigt gewesen,  dem Spuk der diversen Hundeverordnungen  ein Ende  zu bereiten.

Stattdessen schielt man hier auf die Kommandos der Mächtigen und macht aus der Wissenschaft der Kynolgie eine Jauchegrube.

Das Ergebnis: wallende Hetze gegen Kreaturen, die den Menschen  schon tausende Jahre begleiten und mehr Ausdruck von abgrundtiefer Verdummung  ist als von kritischem Engagement.

Das, lieber Herr Jauch  sollten auch Ihre Zuschauer sehen und hören.

Ich wäre bereit noch einmal nach Köln zu kommen, die akademische Würde und die Ihres Hauses wahrend, um Ihnen und dem Rest der Welt das zu erklären, was längst überfällig ist:  Hundeverordnung und die Folgen waren und sind  das traurige Ergbnis von Unwissenheit, Wegsehen und Populismus.

Ich meine, das Fairness auch die Einschaltquoten Ihres Sender erhöhen wird.

 

Tierärztliches Institut für angewandte Kleintiermedizin
Tierärztliche Gemeinschaft für ambulante und klinische Therapien
Dirk Schrader I dr. Steven-F. Schrader I dr. Ifat Meshulam I Rudolf-Philipp Schrader I dr. Itamar Tsur
-Tierärzte-

www.tieraerzte-hamburg.com


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